Samstag, 6. Mai 2017

Normandie, 8. Tag, Samstag, Abreise aus Pirou


Samstag, 6. Mai 2017 Abfahrt vom Camping Pirou-Plage, Zwischenübernachtung auf der Ferme d’Emouville in Saint-Vaast-Diepperdalle
ca. 260 km



Leider irrt sich meine Wetter-App heute nicht und die angekündigten 99 % Regenwahrscheinlichkeit beginnen bereits nachts, mich davon zu überzeugen, dass man sich manchmal auf die Vorhersagen verlassen kann. Wir beschliessen spontan unsere Zelte abzubrechen. Gerhard möchte ohnehin gerne noch an die belgische Küste, erstens, weil er dabei schon an die Heimreise denkt und wir geplant haben, diesmal die etwas längere, dafür aber die Paris meidende Route über Belgien, Luxembourg und Saarbrücken zu nehmen, und zweitens, weil für diese Region besseres, zumindest trockeneres Wetter angesagt ist.




Doch zunächst müssen wir die kleine Keksdose zurück an die Autovermietung geben, dazu fahren wir nach Coutances zu "Loca +", zahlen für diese knapp 5 Tage lediglich 105,00 euros und werden dafür noch vom Inhaber die ca. 20 Kilometer zurück nach Pirou-Plage gebracht, weil er meint, ein Taxi sei in der Region schwer zu bekommen.

Während wir unseren Henri  „reisefertig“ machen giesst es noch immer heftig.  Gegen Mittag machen wir uns auf und fahren gemütlich in östliche Richtung, vorbei an Caen, Le Havre, um uns dann nach einer Empfehlung von France Passion in der Nähe der nördliche Küste der Normandie bei Cany-Barville einen Stellplatz für die Nacht zu sichern.




Die Ferme Auberge d’Emouville liegt in wunderschön ruhiger Lage ausserhalb von Saint-Vaast-Dieppedalle. Sie wird von Sylvie und Paul Follet geführt. 




Mittwoch-, Freitag- und Samstagabend sowie zweimal im Monat Sonntagmittag kocht Sylvie Follet. Reservierung ist ratsam für das kleine, familiär geführte Restaurant. 
Hier der wohnlich eingerichtete Gastraum:



und der geschmackvoll eingedeckte Tisch:




Es gibt ein einziges Menü, einzelne Bestandteile kann man vorher mit ihr besprechen und wenn man etwas gar nicht mag oder verträgt, auch austauschen.

Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Austern als Entrée serviert uns Madame Gänseleberterrine bzw. gefüllten Gänsehals auf Baguette:



Als Hauptgang gibt es vom Sohn des Hauses gegrillte Lammkotelettes mit Erbsen und knusprige Bratkartoffeln:





Anschliessend wird eine Käseplatte zum selber bedienen auf den Tisch gestellt. 




Und wer denn noch kann, darf sich über ein typisch französisches Dessert freuen: Iles flottantes und profiteroles:




Eine herrlich unaufgeregte, liebevoll familiäre Küche, gegen Ende des Abends setzt sich Madame Follet noch ein wenig zu uns an den Tisch und wir plaudern – natürlich übers Essen, über ihre Liebe zum Kochen, über gute Grundprodukte und über das Fleisch, das von den eigenen Tieren stammt.

Eine absolut empfehlenswerte Adresse! 
Merci, Madame Follet! Ihre "tuiles aux amandes" lassen uns auch noch zu Hause an Sie denken.

Ferme Auberge d’Emouville, Ouville, 76430 Saint-Vaast-Diepperdalle
Tel. 02 35 56 60 30



Freitag, 5. Mai 2017

Normandie, 7. Tag, Agon-Coutainville, Blainville-sur-mer

Ein bisschen bewölkt ist es schon, Hauptsache, es regnet nicht. Wir
steigen wieder in unseren Clio. Wenn man gewohnt ist, immer so richtig viel Autoblech um sich zu haben, ist fahren in solch einer kleinen Keksdose schon ein wenig befremdlich, aber ich will mir jetzt auch gar nicht vorstellen, das uns jemand in die Seite fährt. Aber so langsam haben wir uns mit dem Clio angefreundet und entdecken seine Besonderheiten, trotzdem mögen wir keine grösseren Strecken damit zurücklegen, aber um die nähere Umgebung zu erkunden ist das absolut passend. 




Heute geht es ein wenig die Westküste in südliche Richtung, aber nicht bis zum Mont Saint Michel, denn den kenne zumindest ich schon und Monsieur bevorzugt eher die ruhigeren, nicht allzu touristischen Orte. Überhaupt sind wir froh, dass wir in der absolut ruhigen Saison unterwegs sind, überall noch einen Parkplatz finden und alle angesteuerten Wege zum Strand noch frei zugänglich sind.




Also, dann fahren wir mal los über Anneville-sur-mer und Gouville-sur-mer nach Agon-Coutainville – eine hübsche Kleinstadt mit normannischen Villen und kleinen bunten Häusern (hier gefällt es mir richtig gut), einem Marktplatz und einem schönen Café, Bar, Restaurant und gleichzeitig ein Feinkostladen mit auserlesenen Teesorten, Kaffee, Weinen undundund... dort kann man mit Blick aufs Meer einen Cidre trinken bzw. Monsieur ein belgisches Bier.




Bevor wir weiterfahren, müssen ein paar kleinere Einkäufe doch noch sein, ein bisschen Tee, ein bisschen Wein und Sardinen in Chili-Olivenöl eingelegt kommen mit.




Dann zurück über Blainville-sur-mer. Dort habe ich in dem lesenswerten Buch aus der Edition der Süddeutschen Zeitung „Eine perfekte Woche .... Normandie“ das direkt am Strand gelegene „Restaurant“ La Cale entdeckt. An diesem Restaurant scheiden sich die Geister – bei Madame und Monsieur auch – zunächst weigerte sich Gerhard, „diese Bretterbude“ überhaupt zu betreten. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, doch nach allem, was ich mittlerweile über das La Cale gelesen habe, das ging vom „schlechtesten Restaurant Frankreichs“ bis hin zu wahren Begeisterungsstürmen, wollte ich da unbedingt hin.





Eine bunt zusammengewürfelte Mischung von Bänken, Tischen und Stühlen, teilweise etwas baufällig, aber es ist ja sowieso zu kalt zum draussensitzen, also, dann mal rein. Ohjeh... es gelingt mir gerade so im letzten Moment, Gerhard vom Umkehren abzuhalten. "Halb zog sie ihn, halb sank er hin, und ward am Tisch gesehn 😀"




Da trifft uns doch tatsächlich die volle Wucht... ich schaffe ich es zwar, ihn dazu zu bewegen, an einem der Tische Platz zu nehmen. Nein! Nein! Essen will er hier keinesfalls. Auch der Blick in die Küche beruhigt ihn kaum, doch die ist tatsächlich sauber. 





Wir bestellen Wein, die Flasche wird an den Tisch gebracht, ein Korkenzieher zum selber öffnen dazu gelegt. Ich spare mir die Frage nach einem Weinkühler und beschliesse, halt ein bisschen schneller zu trinken, dann wird der Rosé auch nicht warm.



Unter einem Paar Arbeitshandschuhe (man sieht ihnen an, dass damit auch wirklich gearbeitet wird) entdecke ich die Speisekarte. .. Gerhard schaut mich entsetzt an: "Du willst doch hier nicht tatsächlich etwas essen?" Doch, ich will! "Duuu? Du bist doch sonst immer die Empfindliche... "
Doch! Ich will! Wenn hier täglich mittags und abends Gästescharen hinpilgern und man abends keinen Platz bekommt, kann es so schlecht doch nicht sein. Also, ich bestelle Galette complète, also mit Schinken, Käse, Ei. Monsieur fasst sich ein Herz (oder treibt ihn der Hunger?) und tut es mir nach. Mittlerweile haben sich auch noch andere Gäste eingefunden und beleben die ganze Atmospähre ein wenig. Der Patron setzt sich zu den Gästen an den Tisch, zwischendrin steht er auf, legt Bratwürste auf den grossen Grill im Raum, serviert uns die köstlich schmeckenden Galettes:



Ich bekomme Lust auf die köstlich vor sich hin bruzzelnden Saucisses im Kamin... und bestelle mir welche. Die restlichen Gäste essen die Spezialität des Hauses: Moules, frites, manche tun es auch uns nach und essen galettes.

Die Bratwurst wird serviert - ich bitte um ein Stück Baguette - ein freundlich lächelndes, aufforderndes Kopfnicken zum Brotschneidebrett - daneben liegt das Brotmesser - ich verstehe - selbst ist die Frau.

Während ich genussvoll die wirklich gute und würzige Bratwurst verspeise, widmet sich Monsieur eingehend der Betrachtung der diversen Akte, die überall im Raum verteilt sind. 

Ich weiss zwar nicht, ob es mir nochmal gelänge, Gerhard zu einem zweiten Besuch hier zu überreden, aber ein Erlebnis war es doch 😏😄

Donnerstag, 4. Mai 2017

Normandie, 6. Tag, Pirou-Plage, kleinere Erkundungstour Saint-Germain-sur-Ay, Gouville-sur-mer

Heute Nacht hat es heftig geregnet, doch wie so oft am Meer, setzt sich die Sonne gleich morgens wieder durch. Ich lasse Gerhard noch schlafen und gehe erstmal unter die Dusche. Irgendwie will das Wasser in der Dusche nicht so richtig abfliessen.... als Gerhard aufsteht, stellt er fest, dass Wasser in der Dusche steht und schaut sich das mal näher an...




Vielleicht sollten wir doch mal die permanenten Warnhinweise unseres Panels beachten. Ok, der Warnton hat gewonnen und wir rufen bei der Hotline von Morelo an. Die freundliche Dame hört sich kurz unser Problem an und verbindet sofort mit einem kompetenten Herrn in der Werkstatt. Dieser findet sehr schnell durch gezielte Fragen die Ursache unseres Problems heraus: Wir haben doch glatt übersehen, dass es da zwei Abflüsse gibt, die entleert werden wollen. Ohohhh, wir als Camping-Anfänger müssen offensichtlich noch viel lernen... 

Nachdem wir das nun geregelt hätten, können wir ja auch wieder entspannt die Gegend erkunden. Zunächst mal die "Besorgungs-Runde": Wir fahren wieder nach Pirou-Plage zum kleinen Marktplatz, kaufen dort Baguette und Croissants und gehen zum Frühstück in die kleine Bar-Tabac La Marée, Café Crème und unsere buttrig duftenden, knusprigen Croissants....

Anschliessend wieder zu dem kleinen Laden, den wir gestern schon entdeckt haben, sehr schöne regionale Produkte, eine Theke mit Fleisch, Wurstwaren und einem Service Traitteur. Dafür ist dieser Laden auch bekannt: täglich - auch sonntags vormittags - gibt es hier frisch Gekochtes. Heute hält Gerhard nichts mehr: Sein elsässisches Herz lacht: Es gibt Choucroute.... jaja, ist schon gut, wir gehen nicht essen - wir kaufen Choucroute, d.h. Sauerkraut mit allem was da so an Charcuteries dazugehört.



Monsieur könnte dies jetzt sicherlich auch schon morgens um elf Uhr essen, doch ich möchte noch an den Strand. Wir fahren nach Gouville sur mer, ein hübscher kleiner Ort mit einer Strasse, die, wie so viele hier in der Region, schnurgerade zum Meer führt und sinnigerweise auch noch "Rue oder Boulevard de la mer" heisst. Also, in Gouville-sur-mer fahren wir die rue de la mer, parken direkt vorne am Strand und schauen bei Ebbe zu, wie die Fischerboote mit Traktoren aus dem Meer gezogen werden. Danach kehren wir im La Dune - nomen est omen - auf ein Glas Cidre ein. Wir sitzen am Fenster, mitten in den Dünen, schauen den Fischerboten zu und dürfen einen köstlichen Cidre, der direkt vom Fass gezapft wird, geniessen. Davor trinken wir noch einen Apéritif-Cidre direkt an unserem Strand-Platz:



So langsam zieht es Monsieur hungrig zu Choucroute, doch auf dem Weg dorthin möchte ich noch gerne beim Bio-Bauern, dessen Adresse ich gestern im Restaurant des Landes in Lessay bekommen habe, vorbeischauen. Wir finden den Bauernhof nach einigem Suchen in Créances, doch leider ist der Laden nur mittags ab 14:30 Uhr geöffnet. Also, morgen unternehmen wir einen neuen Anlauf - jetzt muss Monsieur erstmal zu Choucroute:



Mittwoch, 3. Mai 2017

Normandie 5. Tag, immer noch Pirou-Plage, Ausflug nach Lessay

Auf unserem wunderschönen Platz mit Blick zum Meer haben wir gestern Abend den Sonnenuntergang bewundert - sooo schön geht das nur über dem Meer!!! Noch ein Gläschen Calvados zum Abschluss gehört zum Normandie-Feeling dazu, den hatte ich in weiser Voraussicht gestern beim Mittagessen im Restaurant La Badine gekauft. Danach haben wir die nötige "Bettschwere" und schlafen wundervoll.



Das Wetter ist herrlich, der Strand - nur ein paar Fussschritte von unserem Stellplatz entfernt - traumhaft schön, doch wir haben ein bisschen "Arbeit" vor uns:

Heute "üben" wir mal Camping - zwangsweise - denn unser Bordpanel zeigt vehement an, dass der Abwassertank entleert möchte und verstärkt diese Anzeige noch durch einen Signalton. Ok, wir sehen es ein und fahren zur "Entleerung". Anschliessend füllen wir unser Frischwasser auf. Seltsam, unser Panel zeigt immer noch an, dass der Abwassertank entleert werden möchte. Meine dezente Frage bei Gerhard, ob denn WC und Abwasser, d.h. Dusche und Spülbecken alle in einen einzigen Tank gehen, werden bejaht und schliesslich sei dieser ja nun entleert. So beschliessen wir, diese dumme Anzeige zu ignorieren und steigen um in unseren Clio, um die Einkaufsmöglichkeiten in Pirou zu erkunden. 



Zunächst einmal gibt es einen kleinen Marktplatz in Pirou-Plage und dort ist heute Markttag. Dieser ist mit exakt zwei Ständen, nämlich Fischer und Gemüsehändler, ausreichend mit dem bestückt, was wir so brauchen. Am Marktplatz gibt es noch eine Boulangerie - dort gibt es köstliches Baguette und für Gerhard noch ein süsses Pain au chocolat.

Das Angebot an Fisch, Muscheln und Krustentieren ist faszinierend, einen Fisch entdecke ich, der mir gänzlich unbekannt ist, Orphie soll er heissen, erklärt mir der Fischer, und grün-blaue Gräten haben??? 


Es ist heute vormittag nicht allzu sonnig und wir beschliessen, ein paar Sardinen für das Abendessen mitzunehmen. Auf meine Frage, ob ich diese unbesorgt bis mittags im Auto lassen kann, bekomme ich die Antwort: „Selbstverständlich, die Sardinen sind so frisch, die haben vorhin noch im Meer getanzt“ Gut, dann dürfen sie heute Abend noch auf meinem Grill tanzen.

Mit unseren Einkäufen beladen fahren wir weiter nach Lessay. Ein hübsches kleines Städtchen mit einem kleinen Marktplatz, Bank, Restaurants, Café, Metzger, Bäcker, Mittagessen im Restaurant de la Lande, von Pirou kommend, direkt an der Strasse links gelegen, Parkplätze ausreichend vor dem Haus.



Das Restaurant wird von einem jungen Paar sehr motiviert geführt, Küche, Service und Ambiente gefallen uns ausgesprochen gut, bei der Verwendung der Produkte wird Wert auf regional sowieso, aber auch bio gelegt, bei der Gelegenheit bekomme ich auch gleich eine Adresse für einen Bauernhof mit Bio-Gemüse-Anbau - das werden wir uns morgen genauer anschauen.

Wir sitzen noch ein wenig draussen, bestaunen die Dünen, das Meer und unseren Henri, ich grille die Sardinen - köstlich! Urlaub, Meer und der Geruch von gegrillten Sardinen mit Kräutern, Knoblauch und Zitrone....


Heute Nacht werde ich von Regen, der auf unser Dach prasselt geweckt. Nun gut, nachts darf es regnen, aber morgen früh soll bitteschön die Sonne wieder scheinen.



Dienstag, 2. Mai 2017

Normandie - 4. Tag - Manche, Halbinsel Cotentin, Pirou-Plage

Die Rezeption unseres auserwählten Camping Platzes Le Clos Marin in Pirou-Plage ist heute wieder geöffnet. Madame ist anwesend und ihre beiden Tage "congés" sind absolut nachvollziehbar, denn sie hatte Sonntag Geburtstag.



Natürlich ist jetzt in der Vorsaison auch noch ein schöner Platz mit Meerblick für uns frei, auch für grosse Liner absolut einfach anfahrbar, bei einer eventuell notwendigen Reservierung in der Hauptsaison unbedingt daran denken, auch Plätze mit Strom und Wasser zu reservieren, denn das haben nicht alle Plätze mit "vue sur la mer". Während unseres Aufenthaltes wird gerade der (ansonsten ab April beheizbare) Aussenpol umgebaut bzw. saniert. Wir werden durch die Bauarbeiten aber nicht im geringsten gestört. 



Der Plätze sind wunderschön gross, richtig viel Platz, um Tisch, Stühle und Liegen aufzustellen (den Grill packen wir vielleicht morgen aus). 



Uns gefällt es hier gut, Madame ist ebenfalls freundlich und sehr hilfsbereit. Wir möchten gerne die Gegend erkunden und wollen nicht immer mit Henry unterwegs sein. Dazu brauchen wir einen kleinen Leihwagen, den uns Madame vermittelt. Wir fahren mit dem Taxi nach Coutances zur Autovermietung und holen unser "Luxusfahrzeug", einen Renault Clio, ab. Mit ihm fahren wir zum Restaurant La Badine das uns unsere Taxifahrerin auf dem Weg nach Coutances empfohlen hat.



Das Restaurant liegt direkt an der Strasse, die zum Strand nach Créances führt, also in Créances-Plages. Einfach, freundlicher, aufmerksamer Service und viele Arbeiter, die hier mittags ihr Plat du Jour zu sich nehmen. Jaaa, genau das wollten wir. Wir wählen zwar nicht das Tagesgericht, sondern à la carte, wobei Gerhard dann doch kurz umgeschwenkt, als er entdeckt, was es da als Entrée vom Buffet gibt, doch ich bleibe bei meiner Wahl: Salade Périgourdine:



Anschliessend essen wir beide Entrecôte bzw. Magret de Canard vom Grill, wahlweise mit hausgemachten Pommes Frites für Monsieur und Reis für Madame.



Wir sind sehr zufrieden und nehmen uns vor, dort nochmals für ein Plat du Jour vorbeizukommen. 

Morgen wollen wir dann ein wenig die nähere Umgebung erkunden.

Montag, 1. Mai 2017

Normandie - 3. Tag Westküste Halbinsel Cotentin, Manche



Halbinsel Cotentin, Anreise Pirou, Camping Le Clos Marin = ca. 195 km


Bei viel Regen und ziemlichen Windböen machen wir uns heute auf Richtung Westküste. Wir möchten ins Département Manche zum südlichen Teil der Halbinsel Cotentin.

Unser Henri wankt auf der Autobahn bei gerade mal 70 Stundenkilometern hin und her – doch kein Grund zur Sorge – Gerhard hat das Lenkrad fest in der Hand.

Unterwegs versuche ich, bei dem uns empfohlenen Campingplatz in Pirou-Plage vorab telefonisch anzufragen, doch leider erfolglos. Wir wagen es trotzdem, schliesslich ist noch keine Hauptsaison und irgendwie wird sich sicherlich ein Plätzchen für uns finden.

Beim Camping Le Clos Marin in Pirou-Plage angekommen, weiss ich auch, warum ich niemanden ans Telefon bekomme – der Empfang ist sonntags sowieso geschlossen und am aussen aufgehängten Schild lese ich, dass am 1. Mai-Feiertag dann gleich mit geschlossen ist. Was tun? Das grosse Tor ist geöffnet, wir fahren rein und parken seitwärts vor der Schranke. 



Es ist mittlerweile schon beinahe halb zwei und wir haben Hunger. Wir begeben uns bei Regen und heftigem Wind auf Restaurantsuche und werden direkt an der Zufahrtsstrasse zum Strand fündig. Das direkt am Strand gelegene Restaurant de la mer ist geschlossen, doch die Crêperie La Marée schräg gegenüber hat noch geöffnet.


Was isst man in einer Crêperie? Crêpes natürlich! Und in der Normandie? Crêpes bzw. Galettes Normandes. Gerhard ist zunächst etwas befremdet, Crêpes kennt er nur mit hellem Weizenteig, doch die sind traditionell im Ursprungsland dieser Köstlichkeiten der süssen Variante vorbehalten. Die herzhafte Variante heisst Galette und wird mit Buchweizenmehl bzw. einer Mischung aus Weizen- und Buchweizenmehl zubereitet. 


Buchweizen wird traditionell bereits seit dem Mittelalter in der Normandie angebaut und hat mit Weizen lediglich den Namen gemeinsam. Er gehört zur Familie der Knöterichgewächse und ist verwandt mit z. B. Rhabarber und Sauerampfer.

Uns werden sie in der Crêperie ganz klassisch mit Schinken, Käse und Ei serviert; zusätzlich à la normande mit Champignons à la crème (leider kein Foto der Crêpes, die Fotografin war zu hungrig, um ans Fotografieren zu denken)

Für unseren ersten Tag in der Normandie nicht schlecht, auch wenn der leicht unterkühlte Charme des Patron nicht gerade eine Wohlfühlatmosphäre aufkommen lässt, vielleicht hat ihm ja auch der immer heftiger werdende Wind zu schaffen gemacht.

Zurück in unserem Henri beschliessen wir, die Nacht ohne zugewiesenen Stellplatz hier zu bleiben und morgen früh, sobald der Empfang des Campings geöffnet hat, alles zu besprechen.

Wir gehen früh schlafen. Die Nacht war bei Windböen von über 50 Stundenkilometern dank der Stabilisatoren in unserem Henry sehr entspannt. Ich wache morgens ausgeruht auf, der Wind ist weg und dafür lacht mir die Sonne entgegen.