Mittwoch, 3. Mai 2017

Normandie 5. Tag, immer noch Pirou-Plage, Ausflug nach Lessay

Auf unserem wunderschönen Platz mit Blick zum Meer haben wir gestern Abend den Sonnenuntergang bewundert - sooo schön geht das nur über dem Meer!!! Noch ein Gläschen Calvados zum Abschluss gehört zum Normandie-Feeling dazu, den hatte ich in weiser Voraussicht gestern beim Mittagessen im Restaurant La Badine gekauft. Danach haben wir die nötige "Bettschwere" und schlafen wundervoll.



Das Wetter ist herrlich, der Strand - nur ein paar Fussschritte von unserem Stellplatz entfernt - traumhaft schön, doch wir haben ein bisschen "Arbeit" vor uns:

Heute "üben" wir mal Camping - zwangsweise - denn unser Bordpanel zeigt vehement an, dass der Abwassertank entleert möchte und verstärkt diese Anzeige noch durch einen Signalton. Ok, wir sehen es ein und fahren zur "Entleerung". Anschliessend füllen wir unser Frischwasser auf. Seltsam, unser Panel zeigt immer noch an, dass der Abwassertank entleert werden möchte. Meine dezente Frage bei Gerhard, ob denn WC und Abwasser, d.h. Dusche und Spülbecken alle in einen einzigen Tank gehen, werden bejaht und schliesslich sei dieser ja nun entleert. So beschliessen wir, diese dumme Anzeige zu ignorieren und steigen um in unseren Clio, um die Einkaufsmöglichkeiten in Pirou zu erkunden. 



Zunächst einmal gibt es einen kleinen Marktplatz in Pirou-Plage und dort ist heute Markttag. Dieser ist mit exakt zwei Ständen, nämlich Fischer und Gemüsehändler, ausreichend mit dem bestückt, was wir so brauchen. Am Marktplatz gibt es noch eine Boulangerie - dort gibt es köstliches Baguette und für Gerhard noch ein süsses Pain au chocolat.

Das Angebot an Fisch, Muscheln und Krustentieren ist faszinierend, einen Fisch entdecke ich, der mir gänzlich unbekannt ist, Orphie soll er heissen, erklärt mir der Fischer, und grün-blaue Gräten haben??? 


Es ist heute vormittag nicht allzu sonnig und wir beschliessen, ein paar Sardinen für das Abendessen mitzunehmen. Auf meine Frage, ob ich diese unbesorgt bis mittags im Auto lassen kann, bekomme ich die Antwort: „Selbstverständlich, die Sardinen sind so frisch, die haben vorhin noch im Meer getanzt“ Gut, dann dürfen sie heute Abend noch auf meinem Grill tanzen.

Mit unseren Einkäufen beladen fahren wir weiter nach Lessay. Ein hübsches kleines Städtchen mit einem kleinen Marktplatz, Bank, Restaurants, Café, Metzger, Bäcker, Mittagessen im Restaurant de la Lande, von Pirou kommend, direkt an der Strasse links gelegen, Parkplätze ausreichend vor dem Haus.



Das Restaurant wird von einem jungen Paar sehr motiviert geführt, Küche, Service und Ambiente gefallen uns ausgesprochen gut, bei der Verwendung der Produkte wird Wert auf regional sowieso, aber auch bio gelegt, bei der Gelegenheit bekomme ich auch gleich eine Adresse für einen Bauernhof mit Bio-Gemüse-Anbau - das werden wir uns morgen genauer anschauen.

Wir sitzen noch ein wenig draussen, bestaunen die Dünen, das Meer und unseren Henri, ich grille die Sardinen - köstlich! Urlaub, Meer und der Geruch von gegrillten Sardinen mit Kräutern, Knoblauch und Zitrone....


Heute Nacht werde ich von Regen, der auf unser Dach prasselt geweckt. Nun gut, nachts darf es regnen, aber morgen früh soll bitteschön die Sonne wieder scheinen.



Dienstag, 2. Mai 2017

Normandie - 4. Tag - Manche, Halbinsel Cotentin, Pirou-Plage

Die Rezeption unseres auserwählten Camping Platzes Le Clos Marin in Pirou-Plage ist heute wieder geöffnet. Madame ist anwesend und ihre beiden Tage "congés" sind absolut nachvollziehbar, denn sie hatte Sonntag Geburtstag.



Natürlich ist jetzt in der Vorsaison auch noch ein schöner Platz mit Meerblick für uns frei, auch für grosse Liner absolut einfach anfahrbar, bei einer eventuell notwendigen Reservierung in der Hauptsaison unbedingt daran denken, auch Plätze mit Strom und Wasser zu reservieren, denn das haben nicht alle Plätze mit "vue sur la mer". Während unseres Aufenthaltes wird gerade der (ansonsten ab April beheizbare) Aussenpol umgebaut bzw. saniert. Wir werden durch die Bauarbeiten aber nicht im geringsten gestört. 



Der Plätze sind wunderschön gross, richtig viel Platz, um Tisch, Stühle und Liegen aufzustellen (den Grill packen wir vielleicht morgen aus). 



Uns gefällt es hier gut, Madame ist ebenfalls freundlich und sehr hilfsbereit. Wir möchten gerne die Gegend erkunden und wollen nicht immer mit Henry unterwegs sein. Dazu brauchen wir einen kleinen Leihwagen, den uns Madame vermittelt. Wir fahren mit dem Taxi nach Coutances zur Autovermietung und holen unser "Luxusfahrzeug", einen Renault Clio, ab. Mit ihm fahren wir zum Restaurant La Badine das uns unsere Taxifahrerin auf dem Weg nach Coutances empfohlen hat.



Das Restaurant liegt direkt an der Strasse, die zum Strand nach Créances führt, also in Créances-Plages. Einfach, freundlicher, aufmerksamer Service und viele Arbeiter, die hier mittags ihr Plat du Jour zu sich nehmen. Jaaa, genau das wollten wir. Wir wählen zwar nicht das Tagesgericht, sondern à la carte, wobei Gerhard dann doch kurz umgeschwenkt, als er entdeckt, was es da als Entrée vom Buffet gibt, doch ich bleibe bei meiner Wahl: Salade Périgourdine:



Anschliessend essen wir beide Entrecôte bzw. Magret de Canard vom Grill, wahlweise mit hausgemachten Pommes Frites für Monsieur und Reis für Madame.



Wir sind sehr zufrieden und nehmen uns vor, dort nochmals für ein Plat du Jour vorbeizukommen. 

Morgen wollen wir dann ein wenig die nähere Umgebung erkunden.

Montag, 1. Mai 2017

Normandie - 3. Tag Westküste Halbinsel Cotentin, Manche



Halbinsel Cotentin, Anreise Pirou, Camping Le Clos Marin = ca. 195 km


Bei viel Regen und ziemlichen Windböen machen wir uns heute auf Richtung Westküste. Wir möchten ins Département Manche zum südlichen Teil der Halbinsel Cotentin.

Unser Henri wankt auf der Autobahn bei gerade mal 70 Stundenkilometern hin und her – doch kein Grund zur Sorge – Gerhard hat das Lenkrad fest in der Hand.

Unterwegs versuche ich, bei dem uns empfohlenen Campingplatz in Pirou-Plage vorab telefonisch anzufragen, doch leider erfolglos. Wir wagen es trotzdem, schliesslich ist noch keine Hauptsaison und irgendwie wird sich sicherlich ein Plätzchen für uns finden.

Beim Camping Le Clos Marin in Pirou-Plage angekommen, weiss ich auch, warum ich niemanden ans Telefon bekomme – der Empfang ist sonntags sowieso geschlossen und am aussen aufgehängten Schild lese ich, dass am 1. Mai-Feiertag dann gleich mit geschlossen ist. Was tun? Das grosse Tor ist geöffnet, wir fahren rein und parken seitwärts vor der Schranke. 



Es ist mittlerweile schon beinahe halb zwei und wir haben Hunger. Wir begeben uns bei Regen und heftigem Wind auf Restaurantsuche und werden direkt an der Zufahrtsstrasse zum Strand fündig. Das direkt am Strand gelegene Restaurant de la mer ist geschlossen, doch die Crêperie La Marée schräg gegenüber hat noch geöffnet.


Was isst man in einer Crêperie? Crêpes natürlich! Und in der Normandie? Crêpes bzw. Galettes Normandes. Gerhard ist zunächst etwas befremdet, Crêpes kennt er nur mit hellem Weizenteig, doch die sind traditionell im Ursprungsland dieser Köstlichkeiten der süssen Variante vorbehalten. Die herzhafte Variante heisst Galette und wird mit Buchweizenmehl bzw. einer Mischung aus Weizen- und Buchweizenmehl zubereitet. 


Buchweizen wird traditionell bereits seit dem Mittelalter in der Normandie angebaut und hat mit Weizen lediglich den Namen gemeinsam. Er gehört zur Familie der Knöterichgewächse und ist verwandt mit z. B. Rhabarber und Sauerampfer.

Uns werden sie in der Crêperie ganz klassisch mit Schinken, Käse und Ei serviert; zusätzlich à la normande mit Champignons à la crème (leider kein Foto der Crêpes, die Fotografin war zu hungrig, um ans Fotografieren zu denken)

Für unseren ersten Tag in der Normandie nicht schlecht, auch wenn der leicht unterkühlte Charme des Patron nicht gerade eine Wohlfühlatmosphäre aufkommen lässt, vielleicht hat ihm ja auch der immer heftiger werdende Wind zu schaffen gemacht.

Zurück in unserem Henri beschliessen wir, die Nacht ohne zugewiesenen Stellplatz hier zu bleiben und morgen früh, sobald der Empfang des Campings geöffnet hat, alles zu besprechen.

Wir gehen früh schlafen. Die Nacht war bei Windböen von über 50 Stundenkilometern dank der Stabilisatoren in unserem Henry sehr entspannt. Ich wache morgens ausgeruht auf, der Wind ist weg und dafür lacht mir die Sonne entgegen.

Sonntag, 30. April 2017

Normandie - 2. Tag - Deauville, Trouville, Lisieux

Mouroux - Deauville-Trouville - Lisieux = ca. 294 km


Wir sind Frühaufsteher – daher machen wir uns bereits gegen 7 Uhr auf den Weg. Von unseren reizenden Gastgebern und den beiden Hunden Bora und Anna haben wir uns bereits am Vorabend verabschiedet.

Heute will ich endlich das Meer sehen, es ist geplant, nach Trouville zu fahren. Doch vorher müssen wir an Paris vorbei. An Sonn- und Feiertagen ist es einfach den Boulevard Péripherique zu bewältigen – fast schon entspannend. So brauchen wir auch von Paris gerade mal knapp 2 ½ Stunden bis kurz vor Trouville. Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach einem Camping- oder Stellplatz. Unser gestriges Etappenziel war ja wunderschön, heute waren, bedingt durch den bevorstehen 1. Mai-Feiertag viele Möglichkeiten ausgebucht bzw. geschlossen. Wir suchten uns daher einen Campingplatz in Trouville, da wir ohnehin abends dort essen wollten. Was wir nicht bedachten, war der Samstag-Markt in Deauville-Trouville, das Durchkommen mit Henri war eine Herausforderung und mal wieder bewunderte ich Gerhard, wie souverän er da hinter dem Lenkrad sass – nachdem uns unser Navi allerdings zum x-ten Mal durch gesperrte oder zu schmale Strassen lenke, gaben wir auf und beschliessen, etwas anderes ausserhalb zu suchen.

Wir fahren auf den Camping de la Vallée in Lisieux – zwar keine Traumlage, dafür aber ruhig und sauber. Wir bekommen einen Platz mit Strom und sämtlichen Ver- und Entsorgungsanschlüssen, grossräumig, Wiese, asphaltierte Wege und einem sehr hilfsbereiten Platzwart, der uns auch bei der Suche nach einem Taxi für abends behilflich ist.


Wir haben in Trouville, direkt am Fischmarkt im Restaurant Les Mouettes, das zur gleichen Gruppe wie das Le Central gehört, reserviert. Genau so hatte ich mir meinen ersten Urlaubsabend am Meer vorgestellt. Herrlich. Ganz klar, dazu gehört die berühmte Plateau aux Fruits de Mer. 



Für mich LEIDER!!! ohne Austern, denn ich reagiere allergisch auf rohe Austern, ich habe das zwar seit ein paar Jahren nicht mehr getestet, wollte allerdings auch nicht 2 – 3 Tage meines Urlaubs krank verbringen. Doch Hummer, Langoustines, Crevettes und Co. lassen mich nichts vermissen und die ganz Platte ist ohnehin nicht zu schaffen. Gerhard geniesst Rochenflügel (leider etwas übergart) und davor eine Zwiebelsuppe, die ihn zu Begeisterungsstürmen verleitet (die beste Zwiebelsuppe seit vielen Jahren!). Ich lasse mich vom Service bei der Weinauswahl beraten – der Saint-Véran hat super gepasst. Das vorgeschlagene Dessert – die Tarte aux Pommes – lässt sich Monsieur gleich zweifach einpacken für das morgendliche Frühstück.

Ein wundervoller Auftakt, freundlicher und aufmerksamer Service und genau das aus der Küche, was ich mir für meinen ersten Abend am Meer gewünscht habe.

Wir beschliessen unter Befragung der Wetter-App am nächsten Morgen ein Stückchen weiter an die Westküste zu fahren.

Samstag, 29. April 2017

Normandie - 1. Tag - Anreise - Ferme des Parrichets

Anreise: Wissembourg - Metz - Mouroux = ca. 470 km


Als Gerhard sich seinen grossen Traum nach einem Wohnmobil erfüllte, fiel es mir bereits zu Anfang schwer, mich mit dem Gedanken an ein Camper-Leben anzufreunden. Erst als ich ihm das Versprechen abrang, endlich auch mal wieder andere Reiseziele als das Tessin anzusteuern und auch in Regionen zu reisen, die nicht gerade zu seinen Lieblingszielen gehören und mit mir in die Normandie und ins Piemont zu reisen, stimmte ich zu. Und noch etwas: Ich möchte nicht tagelang auf einem Camping-Platz stehen, Wohnmobil an Wohnmobil ... nein, wenn, dann möchte ich genau diese Unabhängigkeit und Freiheit geniessen, die sich mit einem grossen Wohnmobil anbietet und von Ort zu Ort reisen und dort, wo es uns gefällt, bleiben wir.

Heute starten wir zu unserer bereits seit langem von mir herbeigesehnten Normandie-Reise. Bereits der Auftakt ist vielversprechend: Wir folgen unser bereits liebgewonnenen Tradition und starten unsere Reise bei einem schönen Frühstück in der Moulin de la Walk. Diesmal übrigens bei Sonnenschein!



Wir haben nichts vorgebucht und verlassen uns wieder auf die Empfehlungen von France Passion. Über diese wunderbare Möglichkeit, bei Winzern, Produzenten und Privatpersonen für eine Nacht einen kostenlosen Stellplatz zu finden, habe ich hier (klick) bereits erzählt.

Wir entscheiden uns für die Route über Metz, Richtung Paris durch die Champagne. Die erste Übernachtung ist geplant in der Nähe von Meaux, ca. 20 km südlich davon in Mouroux bei der Ferme des Parrichets. 



Das ist doch wieder ein Genussort ganz nach meinem Geschmack. Wir werden freundlich und herzlich empfangen, bekommen einen Parkplatz mit Blick ins Grüne und richten uns erstmal häuslich ein.



Dann gehen wir „einkaufen“ D.h. wir spazieren die paar Schritte bis zum Hofverkauf „Le chalet Gout’oeufs“, geöffnet Donnerstag und Freitagnachmittag, sowie Samstag vormittags und nachmittags.


Mein Geniesserherz lacht mal wieder. Da gibt es Eier von glücklichen Hühnern, die auf der Ferme aufgezogen werden und sich dort ihres Lebens freuen dürfen. Dann diverse Patés aus Geflügelfleisch, wir probieren die Hühnerpaté mit grünem Pfeffer und sind sehr angetan. Butter, gesalzen (mit richtig schön leicht knuspernden Salzkörnern) und ungesalzen, Cidre, Apfel- und Birnensaft in Bioqualität, Käse der Region (Coulommiers liegt in der Nähe, ebenso Meaux, d.h. auch Brie de Beaux können wir in bester Qualität geniessen), weitere Produkte des Hofes sind heute Spargel, Erdbeeren und Radieschen... wir kaufen ein und Henri’s kleiner Kühlschrank füllt sich bereits bis fast zum Anschlag.

Zunächst verspeisen wir ein paar der Erdbeeren und trinken dazu einen Champagner Rosé - wunderbar, der Urlaub beginnt ganz stilvoll.






Am nächsten Tag soll es weitergehen Richtung Meer und nach Trouville. Wir müssen allerdings einen Camping-Platz ansteuern, denn wir haben etwas Wesentliches vergessen: Wir brauchen zwischendurch ja schon mal ein bisschen Strom, doch für den Anschluss braucht man in Frankreich einen Adapter... den haben wir vergessen, daher werden wir uns morgen auf Camping-Platz bzw. Adapter-Suche begeben. Also, bitte denkt daran, für Frankreich-Reisende: Bitte unbedingt einen Adapter für die elektrische Versorgung mitnehmen.

Heute gefahren: 470 km